Unternehmensnachfolge bei KMU’s

Publiziert am 23.02.2024

Gemäss dem Bundesamt für Statistik gibt es in der Schweiz rund 600'000 Klein- und Mittelbetriebe (KMU) mit rund 3'100'000 Mitarbeitenden. Unter KMU sind marktwirtschaftliche Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden gemeint. Darunter machen die 547'000 Mikrounternehmen (KMU’s mit weniger als 10 Mitarbeitenden) mit rund 1'200'000 Mitarbeitenden den Hauptteil der KMU’s aus und spielen eine entscheidende Rolle der Schweizer Wirtschaft und tragen massgeblich zur Beschäftigung bei. Die rund 51'000 kleinen Unternehmen (KMU’s mit 10-49 Mitarbeitenden) beschäftigen rund 1'000'000 Mitarbeitende.

Rund 20% dieser Unternehmen werden sich in den kommenden Jahren mit der Unternehmensnachfolge beschäftigen müssen.

Wie in Medien und Studien zu entnehmen ist, wird es zunehmend schwieriger geeignete Personen zu finden, die zukünftig Unternehmen führen und sich daran beteiligen möchten.

Darum ist es umso wichtiger, die Nachfolge früh in Angriff zu nehmen, um den Fortbestand des Unternehmens und demzufolge die Arbeitsplätze zu sichern.

Mögliche Vorgehensweise bei der Nachfolgeregelung bei Familienunternehmen

Am Anfang des Nachfolgeprozesses zu stellende Fragen

> Wie ist die Familiensituation?

> Was möchte der Hauptaktionär?

> Welche weiteren Personen müssen in die Planung der Nachfolge einbezogen werden? z.B. Familienangehörige, Mitarbeitende, Treuhänder, Banken

Welche Möglichkeiten gibt es innerhalb der Familie

> Gibt es eine Nachfolge innerhalb der Familie?

> Einsetzen eines Managements unter Kontrolle der Familie (falls eine eventuelle Übernahme eines Familienmitgliedes erst zu einem

    späteren Zeitpunkt vorgesehen ist)

> Verkauf des Unternehmens an Mitarbeitende

> Verkauf des Unternehmens an einen Mitbewerber

> Verkauf an einen Investor

Das Unternehmen auf die Nachfolge vorbereiten

> Ist die Unternehmensform zu ändern? (z.B. Umwandlung Einzelfirma in juristische Person)

> Betriebsnotwendiges von nicht betriebsnotwendigem Kapital trennen

> Steuerliche und rechtliche Themen bei der Nachfolge abklären

> Eventuelle Risiken aus der Vergangenheit beheben

> Know-How Transfer?

Finanzielle Aspekte des Nachfolgeprozesses abklären

> Den Wert der Unternehmung durch geeigneten Berater schätzen lassen

> Wie kann der Kauf der Unternehmung durch die Käufer finanziert werden?

Wie geht es nach dem Verkauf des Unternehmens weiter?

Bei Bedarf unterstützt der Verkäufer die Käufer während einer gewissen Zeitspanne

> bei der Einführung der Geschäftspartner

> als Ansprechperson vor wichtigen Entscheidungen

Bei dieser Vorgehensweise kann der abtretende Unternehmer sukzessive von seiner grossen Verantwortung abgeben und mit der Zeit etwas kürzertreten. Es besteht die Möglichkeit, dass er weiterhin im Verwaltungsrat der Gesellschaft verbleibt, und so seine langjährige Erfahrung weitervermitteln kann.

Der Nachfolger führt das Unternehmen nach seinen individuellen Fähigkeiten und muss es dem aktuellen Marktumfeld anpassen, sei es strategischer, organisatorischer oder personeller Natur. Deshalb ist es wichtig, dass der Verkäufer die Entscheidungen des Nachfolgers akzeptiert, auch wenn diese nicht immer seinen Vorstellungen entsprechen.

Der Nachfolgeprozess ist erst abgeschlossen, wenn der Verkäufer alle Funktionen in der Unternehmung abgegeben hat.

Schlussfolgerung:

Eine Unternehmensnachfolge ist früh genug zu planen. Nur so besteht genügend Zeit die wichtigen Aspekte der Nachfolge aufzugreifen, um eine für beide Parteien gute Lösung zu erarbeiten.

Beat Mauron

Beat Mauron

Partner, Sitzleiter

Treuhänder mit eidg. Fachausweis


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