CORE Newsletter #38
ERP: Modernisierung durch gezielte Systemablösung
publiziert 06.2026
Ausgangslage
Nachfolgend umschreiben wir den Grundsachverhalt der Möbel Moser AG, der in den jeweiligen Fachbeiträgen vertieft wird.
Die Möbel Moser AG ist ein traditionsreiches Familienunternehmen aus der Deutschschweiz, das seit über 60 Jahren für hochwertige Handwerkskunst, langlebige Möbel und persönliche Kundenberatung steht. Mit rund 45 Mitarbeitenden in Produktion,Verkauf, Logistik und Verwaltung zählt das Unternehmen zu den etablierten Anbietern seiner Region und geniesst einen ausgezeichneten Ruf bei Privat- wie Geschäftskunden.
Doch das Umfeld, in dem sich Möbel Moser bewegt, hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Die fortschreitende Digitalisierung verlangt nach effizienteren Prozessen, moderner IT Infrastruktur und neuen Vertriebskanälen. Regulatorische Anforderungen – sei es im Bereich Finanzen, Sicherheit oder Nachhaltigkeit – nehmen stetig zu. Gleichzeitig spürt das Unternehmen die Auswirkungen des Fachkräftemangels: Qualifizierte Mitarbeitende zu finden und langfristig zu halten, wird zur strategischen Herausforderung.
Die Geschäftsleitung erkennt, dass eine umfassende Modernisierung notwendig ist, um auch künftig erfolgreich am Markt zu bestehen, ohne jene Werte zu verlieren, die das Unternehmen seit Jahrzehnten prägen: Qualität, Verlässlichkeit und gelebtes Handwerk.
Hinzu kommt ein weiterer entscheidender Faktor: Inhaber Max Moser plant altersbedingt seine Nachfolge zu regeln. Dies eröffnet zusätzliche Fragestellungen rund um Unternehmensbewertung, Nachfolgestrategie, Eigentumsübergang, Organisationsentwicklung und
die Zukunft der Führungskultur.
Die Möbel Moser AG steht exemplarisch für viele Schweizer KMU, die vor der Aufgabe stehen, Tradition und Moderne zu verbinden.
ERP: Modernisierung durch gezielte Systemablösung
Die Möbel Moser AG steht vor einer typischen Ausgangslage: Eine bewährte Branchenlösung deckt den operativen Betrieb ab – für Finanz- und Lohnprozesse werden jedoch teils einfache Tools (bis hin zu Excel) genutzt. Das bremst Effizienz, Transparenz und Skalierbarkeit. Deshalb ist eine Modernisierung zwingend notwendig. Die Lohnbuchhaltung wurde bisher durch den zurücktretenden Max Moser verantwortet. Um das Administration-Team nicht weiter zu belasten und die Kontinuität sicherzustellen, wird die Lohnbuchhaltung künftig an CORE ausgelagert.
Initial werden bei der Möbel Moser AG die bestehende Branchenlösung und die genutzten Tools analysiert. Der Fokus wird dabei auf ein klares Bild gelegt: Wo ist der Handlungsbedarf am grössten – und wo bringt eine Teilablösung den schnellsten Mehrwert? Aus der fundierten Analyse ergibt sich ein klares Zielbild:
- Auslagerung Lohn: Lohnbuchhaltung wird nach der Einrichtung anunseren Treuhand-Fachbereich für den produktiven Betrieb übergeben.
- Einführung Finance: Finanz- und Kreditorenbuchhaltung werden neu eingeführt (modulweise, mit Schulungen vor Ort).
- Operativer Kern bleibt stabil: Auftragsbearbeitung, Zeiterfassung oder Debitoren bleiben vorerst in der bestehenden Branchenlösung und können später beurteilt werden.
Für die erste Etappe wird ein neuer Mandant mit Lohn-, Finanz- und Kreditorenbuchhaltung eingerichtet. Die Einführung der Finance- Module erfolgt praxisnah: Schulungen vor Ort, enges Coaching in der Startphase sowie schnelle Klärung von Fragen und zeitnahes Feintuning. Damit ist das Zielbild der ersten Etappe erreicht. In den fortfolgenden Monaten entscheidet die Geschäftsleitung, ob weitere Module abgelöst werden sollen. So bleibt die Organisation handlungsfähig – und kann die Modernisierung Schritt für Schritt ausbauen.
Warum Teilablösung? Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick
Eine komplette ERP-Neueinführung ist oft teuer, riskant und bindet viele Ressourcen. Bei der Teilablösung werden gezielt Module modernisiert – während der operative Kern stabil weiterläuft. Besonders Finanz- und Lohnprozesse eignen sich für den Einstieg, weil hier schnelle Effekte wie Transparenz, Qualität und Entlastung sichtbar werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Risiko dank überschaubarer Etappen, schneller Mehrwert in priorisierten Bereichen, bessere Anpassung zu aktuellen Anforderungen und Entlastung von IT und Fachbereichen. Wichtig für den Erfolg sind ein klares Zielbild, saubere Schnittstellen sowie die frühzeitige Einbindung von Prozessen, Daten und Anwendern.
In einem kurzen Assessment werden die ERP-Bereiche mit dem grössten Nutzenpotenzial identifiziert und eine realistische Etappen-Roadmap (inkl. Aufwand, Abhängigkeiten und Quick Wins) skizziert.
Fazit: Modernisieren muss nicht alles-oder-nichts sein – mit einer
durchdachten Teilablösung lassen sich Stabilität und Innovation
sauber verbinden.
Nauer Nicole
Co-Leitung ERP | Abacus Consultant
Prokuristin
Dipl. Betriebswirtschafterin HF
T +41 31 329 20 59
erp@core-partner.ch
Di Tommaso Serena
Co-Leitung ERP | Abacus Consultant
Prokuristin
MSc Business Administration | MSc Wirtschaftsinformatik
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