23.02.2017
Automatischer Informationsaustausch (AIA) - Was ist zu tun bei nicht deklarierten Konten?

Mit Hilfe des neuen globalen Standards für den automatischen Informations-austausch (AIA) soll die grenzüberschreitende Steuerhinterziehung verhindert werden. Die Schweiz wird ab dem 1. Januar 2017 erstmals Daten sammeln und diese im Jahr 2018 austauschen.


Besitzt ein Schweizer Steuerpflichtiger bei einer Bank im Ausland (z. B. Deutschland) ein Konto und hat dies jeweils in der Steuererklärung deklariert, muss er keine Konsequenzen befürchten und auch keine Vorkehrungen treffen. Hat er diese Konten nicht deklariert, gelangt die Steuerbehörde seines Sitzkantons nun zu Informationen über seine Konten im Ausland. Das führt zu Nachsteuern, Verzugszinsen und einer Busse, deren Höhe vom Verschulden abhängt.

Aus diesem Grund wird allen schweizerischen Steuerpflichtigen empfohlen, so rasch als möglich in diesem Jahr eine straflose Selbstanzeige vorzunehmen, um so – mit allergrösster Wahrscheinlichkeit – einem Strafverfahren zu entgehen. Werden die Daten erst bei der Steuererklärung 2017 erfasst und als Selbstanzeige ausgewiesen, muss davon ausgegangen werden, dass die Steuerverwaltung bereits Kenntnis davon hat. Insbesondere das Kriterium „keiner Steuerbehörde bekannt" wird kantonal unterschiedlich ausgelegt und erst die Gerichtspraxis wird weisen, wann dieser Zeitpunkt sein wird.

Damit bei der straflosen Selbstanzeige von einer Busse abgesehen werden kann, müssen folgende Kriterien kumulativ erfüllt werden:
  • Die steuerpflichtige Person zeigt erstmalig eine Steuerhinterziehung an (Einmaligkeit).
  • Zum Zeitpunkt der Selbstanzeige darf die Steuerhinterziehung keiner Steuerbehörde bekannt sein.
  • Die Steuerbehörde muss bei der Ermittlung und Festlegung der Nachsteuer durch die Steuerpflichtigen aktiv und vorbehaltlos unterstützt werden.
  • Die Steuerpflichtigen müssen ernsthaft um die Bezahlung der Nachsteuer sowie der aufgelaufenen Zinsen besorgt sein.

Die Empfehlung zur Selbstanzeige gilt auch, wenn die im Ausland gehaltenen und nicht deklarierten Konten keinen hohen Saldo aufweisen. Sofern das Konto mit einer nicht deklarierten ausländischen Liegenschaft im Zusammenhang steht, wurden in der Schweiz nicht alle Vermögenswerte und deren Erträge deklariert und es wurde nicht der korrekte Steuersatz (satzbestimmendes Einkommen als Progressionsvorbehalt) ermittelt. In diesem Fall hat die straflose Selbstanzeige nicht nur das Konto, sondern auch die nicht deklarierte Liegenschaft im Ausland zu umfassen.

Für die Selbstanzeige gibt es keine Formvorschriften oder spezielle Formulare. Sie kann jederzeit in einem Schreiben an die Steuerverwaltung oder auch als Beilage mit der (aktuellen) Steuererklärung eingereicht werden (klare Kennzeichnung der Anzeige).

Unsere Spezialisten stehen Ihnen für Auskünfte oder eine Beratung gerne zur Verfügung.

Michael Münger
Partner, Teamleiter
Dipl. Wirtschaftsprüfer

Cet adresse mail est protégé contre les spambots. Vous avez d'activer le javascript pour la visualiser.