24.09.2015
Begrenzung des Fahrkostenabzugs

Mit dem Ja zum Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) wurde u.a. auch der maximale Fahrkostenabzug (direkte Bundessteuer) angenommen.

Unselbstständig Erwerbende dürfen für die berufsbedingten Fahrkosten bei der direkten Bundessteuer ab dem 1. Januar 2016 maximal nur noch 3000 Franken vom steuerbaren Einkommen abziehen, d.h. dass das Pendeln über lange Distanzen steuerlich benachteiligt wird und als Folge die Besteuerung u.U. nicht mehr der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit entspricht.

Es sind nicht nur die unselbstständig Erwerbenden betroffen, die ihr eigenes Auto fahren oder ihr GA/Streckenabonnement selber bezahlen, sondern auch sämtliche Erwerbstätige, die von ihrem Arbeitgeber ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung gestellt erhalten. Zum Teil müssen nun Besitzer von Geschäftsfahrzeugen damit rechnen, dass ihnen die Kosten für den Weg zwischen Wohn- und Arbeitsort zum im Lohnausweis bereits ausgewiesenen Privatanteil für die private Benützung des Geschäftsfahrzeugs hinzugerechnet wird.

Beispiel: X ist Angestellter bei der A AG und verfügt über ein Geschäftsfahrzeug, das CHF 50‘000 gekostet hat. Privatanteil von 9.6% CHF 4‘800.

Bisher wurde ihm dafür der Privatanteil von CHF 4‘800 im Lohnausweis aufgerechnet. Damit wurde sowohl die privaten Fahrten als auch der Arbeitsweg abgegolten, dem gegenüber durfte er keinen Abzug mehr für Fahrkosten in seiner Steuererklärung vornehmen.

Neu sollen nun solche Arbeitnehmer – neben der Aufrechnung des Privatanteils im Lohnausweis – in ihrer privaten Steuererklärung aufzeigen, dass die effektiv gefahrenen Kilometer für den Arbeitsweg den maximalen Abzug von CHF 3‘000 nicht überschreiten, da ihnen sonst der übersteigende Teil aufgerechnet wird.

Fazit: Ein Arbeitnehmer mit Geschäftsfahrzeug muss ab 2016 je nach Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort mit einer namhaften Erhöhung seiner bisherigen Privatanteile für die Benützung eines Geschäftsautos rechnen.

Von dieser Regelung ausgenommen sind sämtliche selbstständig Erwerbende und Bahnbenützer, welche ihr GA durch den Arbeitgeber bezahlt erhalten. Dies stellt eine eindeutige Ungleichbehandlung von Steuerpflichtigen dar. Wie diese Regelung bei Quellenbesteuerten umgesetzt werden soll, ist auch noch offen.

Die Kantone sind mit der Einführung der Begrenzung eines Fahrkostenabzuges frei. Einige Kantone haben eine solche bereits eingeführt oder werden diese noch einführen. Bei anderen wurde das bisher nicht thematisiert, wie z.B. im Kanton Freiburg.

Die MWST hat ebenfalls ihre MWST-Info 08 Privatanteile angepasst; sie liegt im Entwurf vor. Bei der AHV kann angenommen werden, dass sie darauf entsprechende Beiträge erheben werden.

Für eine Überprüfung Ihrer steuerlichen Situation stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Claudine Meichtry
Dipl. Steuerexpertin