31.10.2013
Welches Arbeitszeitmodell passt zu Ihnen?

Gesetzlich sind die Unternehmen an keine Arbeitszeitmodelle gebunden. Sie können entsprechend dem Bedarf die Arbeitszeitmodelle selber bestimmen. Doch kennen die Unternehmer die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle respektive haben diese sich bereits darüber Gedankengemacht?
Nachfolgend werden einige der gängigen Arbeitszeitmodelle kurz beschrieben:

Fixe Arbeitszeit

Das Modell der fixen Arbeitszeit ist auch heute noch verbreitet. Bei diesem Modell werden der Arbeitsbeginn, teilweise die Pause, die Mittagspause und der Arbeitsschluss verbindlich vorgegeben.

Gleitende Arbeitszeit

Aufteilung des Arbeitsquantums in Block oder Kernzeiten (z. B. allgemeine Anwesenheitspflicht 8.30 bis 11.30 und 14.00 bis 16.00 Uhr) und Gleitzeitblöcke (individuelle Erbringung z. B. 6.00 bis 20.00 Uhr).

Variable Arbeitszeit

Weiterentwicklung der gleitenden Arbeitszeit, ohne Unterscheidung zwischen Block- und Gleitzeit. Die Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, die Arbeitszeit innerhalb der Rahmenarbeitszeit (z. B. 7.00 bis 19.00 Uhr) frei zu wählen.

Kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit

Der Arbeitseinsatz wird auf den jeweiligen Arbeitsanfall abgestimmt. So werden die wöchentlichen Arbeitszeiten laufend dem betrieblichen Bedarf angepasst (z. B. 30 bis 45 Stunden). Unabhängig von der jeweiligen Wochenarbeitszeit wird der Lohn immer auf der Basis der vertraglichen Arbeitszeit ausbezahlt.

Jahresarbeitszeit

Bei der Jahresarbeitszeit wird der Zeitraum für die Abrechnung der Arbeitszeit auf ein ganzes Jahr festgelegt. Die Arbeitszeit kann an Schwankungen der Arbeitsbelastung wärhend des Jahres sowie and die Bedürfnisse der Mitarbeitenden angepasst werden. Am Ende des Jahres sollten die Soll-Stunden erreicht sein.

Lebensarbeitszeit

Lebensarbeitszeit funktioniert meist wie die Jahresarbeitszeit. Zusätzlich werden die nicht ausgeglichenen Zeitsaldos auf ein Langzeitkonto übertragen und zu einem späteren Zeitpunkt für längere Ferienabwesenheiten, wie ein Sabbatical oder für den vorzeitigen Ruhestand benutzt.

Vertrauensarbeitszeit

Das Zeitmanagement wird den Arbeitnhehmenden überlassen. Die Zeiterfassung und die Kontrolle entfallen. Die Zielerreichung steht im Vordergrund. Wann und mit welchem Zeitlichen Aufwand die Arbeit erledigt wird, liegt in der Verantwortung der Mitarbeitenden.

Welches Modell am besten geeignet ist, muss jedes Unternehmen für sich selber bestimmen. Es lohnt sich bestimmt, gelegentlich zu überprüfen, ob das gegenwärtige Arbeitszeitmodell den Ansprüchen noch genügt oder ob ein Wechsel sinnvoll wäre.

Michael Münger
Partner, Teamleiter
Dipl. Wirtschaftsprüfer