23.05.2013
Fremdwährungen

Nachdem der Euro gegenüber dem Schweizer Franken während des ganzen Jahres 2012 fast konstant geblieben ist, unterlag dieser Wechselkurs im 2013 bereits einigen Schwankungen. Die Frage, wie fremde Währungen in der Buchchaltung richtig abgebildet werden, wird wieder aktueller.

Fremdwährungstransaktionen

Bei laufenden Transaktionen treten die geringsten Verzerrungen ein, wenn alle Fremdwährungstransaktionen zum Devisenkurs im Zeitpunkt der Abwicklung des Geschäfts, d.h. zum Tageskurs umgerechnet werden, gemäss Bankbeleg oder anderer Inforamtionsquellen.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Durchschnittskursen einer gewissen Periode. Die ESTV (Mehrwertsteuer), veröffentlicht jeweils einen Monatskurs. Dies ist sicher eine adäquate Handhabung von FW-Transaktionen, obwohl dieser Kurs rein rechnerisch immer einen Monat hinterherhinkt. Bei grösseren Kursschwankungen kann das durchaus relevant sein.

Einen fixen Buchkurs zu verwenden ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, so zum Beispiel bei geringem Fremdwährungsumsatz oder sehr konstanten Umrechnungskursen.

Bewertung von Bilanzpositionen

In der Praxis existieren verschiedene Methoden. Wir empfehlen grundsätzlich alle kurzfristigen Positionen (d.h. das Umlaufvermögen ohne Vorräte sowie das kurzfr. Fremdkapital) zum Stichtagskurs zu bewerten. Die ESTV (Direkte Bundessteuern) veröffentlicht Stichtagskurse per 31. Dezember. Das Obligationenrecht lässt ebenfalls eine Bewertung zum letzten durchschnittlichen Monatskurs zu. Dies ist unseres Erachtens jedoch nicht sinnvoll. Die Kurserfolge aus der Bewertung von kurzfristigen Positionen können als realisiert betrachtet werden.

Die Bewertung von Vorräten in fremder Währung, hat zu historischen Kursen (Transaktionskurs) zu erfolgen. Langfr. Guthaben und Verbindlichkeiten können anstelle der historischen Kurse ebenfalls zum Stichtagskurs bewertet werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass nicht realisierte Kursgewinne nicht verbucht werden dürfen, nicht realisierte Kursverluste jedoch erfasst werden müssen. Das Anlagevermögen (inkl. Beteiligungen) muss zu historischen Kursen bewertet werden.

Verbuchung in der Erfolgsrechnung

Zwangsläufig entstehen bei der Verbuchung von fremden Währungen Kursdifferenzen. Diese müssen in der Erfolgsrechnung erfasst werden. Unternehmen, bei denen Währungstransaktionen nicht zum täglichen Geschäftszweck gehören, sollten die Kursdifferenzen als Teil des Finanzerfolges ausweisen. Eine Verrechnung von Kursgewinnen und -verlusten ist innerhalb der gleichen Währung möglich.

Christian Stritt
Partner, Teamleiter
Dipl. Wirtschaftsprüfer