27.10.2011
Erbschaftsinitiative

Freiburger Nachrichten vom 27. Oktober 2011

Millionen-Erbschaften besteuern für unsere AHV.
Gemäss der am 16. August 2011 lancierten Volksinitiative soll zukünftig eine nationale Erbschafts- und Schenkungssteuer, aus deren Einnahmen 2/3 der AHV zufliessen soll, eingeführt werden. Gemäss Initiativtext soll den Kantonen die Besteuerungshoheit für die Erbschafts- und Schenkungssteuer entzogen werden und sämtliche Nachlässe und Schenkungen mit 20% (flat rate) besteuert werden. Folgende Ausnahmen sind vorgesehen:

  • Steuerbefreiung der Ehegatten/innen sowie der eingetragenen Partner/innen
  • Einmaliger Freibetrag von CHF 2 Mio. pro Nachlass (inkl. lebzeitige Schenkungen)
  • Steuerbefreiung von Schenkungen und Erbschaften an steuerbefreite juristische Personen
  • Steuerfrei sind Geschenke von max. CHF 20'000.– pro Jahr und beschenkte Person

Ein reduzierter Satz und weitere Freibeträge sind vorgesehen für Nachfolger/innen bei Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben. Für diese Privilegierung muss allerdings der Betrieb durch die Erben/Beschenkten 10 Jahre weitergeführt werden. Die Höhe dieses Freibetrages ist noch offen und soll – nach Annahme der Initiative – durch den Bundesrat festgesetzt werden.

Grundsätzlich soll die Neuregelung der Erbschafts- und Schenkungsbesteuerung auf den 1. Januar des zweiten Jahres nach Annahme der Initiative in Kraft treten. Heute rechnet man mit einer Einführung per 1. Januar 2016 (immer unter der Voraussetzung einer Annahme der Initiative). Brisant ist jedoch, dass der Verfassungstext eine Übergangsregelung vorsieht, wonach Schenkungen rückwirkend ab 1. Januar 2012 dem Nachlass zugerechnet werden sollen.

Steuerpflichtige, welche auf diese allfällige Erbschafts- und Schenkungssteuer reagieren möchten, haben entsprechenden Handlungsbedarf und müssten solche Zuwendungen noch bis 31. Dezember 2011 vollziehen (bei Liegenschaften ist der Grundbucheintrag massgebend!).
 
Wir empfehlen Ihnen daher, Ihre erbrechtliche Situation zu überprüfen und allfällige Massnahmen zu treffen. Für weitere Auskünfte und Unterstützungen in dieser Angelegenheit stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Christian Stritt Dipl.
Wirtschaftsprüfer