28.11.2013
Unterjähriger Abschluss

Eine Unzahl von Unternehmen und juristischen Rechtssubjekten müssen über ihre Tätigkeit mehr oder weniger detailliert Buch führen. Das Geschäftsjahr muss in der Regel 12 Monate umfassen, jedoch nicht dem Kalenderjahr entsprechen. Grundsätzlich ist jedes Datum als Abschlussstichtag zulässig.

Strategische Entscheidung

Eine Unternehmung ist nicht immer das ganze Jahr hindurch gleich ausgelastet. Saisonale Schwankungen gehören vielfach dazu. So kann es durchaus Sinn machen, sich über den passenden Zeitpunkt des Abschlussstichtages Gedanken zu machen. Ein typisches Beispiel sind Wintersportanlagen: der 31. Dezember ist (zumindest bei uns) mitten in der Saison und wird eher selten als Bilanzstichtag gewählt. Ein passender Abschlussstichtag kann bereits bei der Firmengründung gewählt werden. Jedoch ist ein Wechsel auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Je nach Statuten kann dies aber eine Änderung derselben bedingen. Bei der ersten Anwendung gibt es ein Rumpfjahr (< 12 Monate) oder Langjahr (> 12 Monate), einzig aus steuerlicher Sicht ist ein Abschluss pro Kalenderjahr zwingend. Natürlich sollte dann der Bilanzstichtag (über längere Zeit) beibehalten werden.
Ausschlaggebend ist sicherlich die Saisonalität: Bei manchen Stichtagen kann eine präzise Abgrenzung nahezu unmöglich sein. Vielleicht ist zu einem gewissen Zeitpunkt im Jahr der Lagerbestand immer sehr tief. Dies würde die Inventur vereinfachen. Oder der Stichtag wird so gewählt, dass die Abschlusserstellung nicht auch noch in der arbeitsintensivsten Zeit gemacht werden muss. So gesehen kann dieser Entscheid durchaus strategischen Charakter haben. Natürlich ist auch der Treuhänder nicht unglücklich, wenn er nicht alles in den ersten sechs Kalendermonaten erledigen muss.

Einfluss auf die Buchführung

Auch auf die Buchführung hat die Wahl des Abschlussstichtages Einfluss. Je weniger an einem Bilanzstichtag in der Unternehmung los ist, desto einfacher sind die Abgrenzungen vorzunehmen. Aber nicht jeder Stichtag ist passend. Zum Beispiel sollte sich für mehrwertsteuer-pflichtige Unternehmen das Geschäftsjahr mit den Perioden der Abrechnungen abbilden lassen (in der Regel auf Ende eines Quartals). Sonst gibt es zum einen vermehrte Abgrenzungen und zum anderen eine sehr sportliche Umsatzabstimmung. Zweifelsohne führt ein unterjähriger Abschluss bei den Rechnungsabgrenzungen (Transitorische Aktiven und Passiven) in der Regel zu mehr Positionen. Diese Abgrenzungen dann einfach wegzulassen, wäre nicht statthaft. Insbesondere bei den Löhnen und den Sozialversicherungen verfügt die Abgrenzung über eine gewisse Komplexität. Mit den richtigen Arbeitshilfen ist dies jedoch kein Problem.

Abschliessend sei noch erwähnt, dass gewisse Arbeitsschritte nur anhand des Kalenderjahres möglich sind. Dies sind zum Beispiel die Erstellung von Lohnausweisen oder die Deklaration der Sozialversicherungen.

Michael Buchs
Dipl. Wirtschaftsprüfer