24.02.2011
Die neue UID-Nummer in der Schweiz

Freiburger Nachrichten vom 24. Februar 2011

Auch die MWST-Nummer wird abgelöst. Von der Wirtschaft beinahe unbemerkt ist das Bundesgesetz über die Unternehmens-Identifikationsnummer (UIDG) am 1. Januar 2011 in Kraft getreten.
Jedem Unternehmen in der Schweiz wird eine einheitliche Identifikationsnummer zugeteilt. Diese Nummer löst die Vielzahl von unterschiedlichen Identifikationsnummern – insbesondere auch die MWST-Nummer – ab. Obwohl eine Übergangsfrist von drei bzw. fünf Jahren besteht, werden sich die Unternehmungen bereits Anfang 2011 mit diesem Thema auseinandersetzen müssen. Dann wird ihnen die Steuerverwaltung (Hauptabteilung MWST) oder das Bundesamt für Statistik (BFS) ihre neue UID-Nummer mitteilen. Für die MWST kann bis zum 31. Dezember 2013 wahlweise die alte MWST-Nummer oder die neue UID-Nummer verwendet werden.

Mit der Einführung der UID-Nummer sollen die folgenden Ziele verfolgt werden:

  • eindeutige Identifikation von Unternehmen;
  • kontinuerliche Reduktion der Anzahl unterschiedlicher Unternehmensidentifikati-onen;
  • effizienter und einfacher Umgang aller Beteiligten mit der neuen UID;
  • hohe Qualität, Vollständigkeit und Aktualität des UID-Registers;

Die UID-Nummer soll aber auch eine nachhaltige administrative Entlastung der Unternehmen und der Verwaltung bringen:

  • administrative Erleichterungen für Unternehmen im Umgang mit Behörden (z. B. HR, Steuern, Ausgleichskasse etc.)
  • Vereinfachung von Verwaltungsabläufen
  • Vereinfachung im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen

Die UID-Nummer wird mit einem Ländercode und einer 9-Stelligen Nummer mit einer zufälligen Prüfziffer versehen sein. Zusätzlich besteht die Möglichkeit bei Bedarf einer Ergänzung (HR, MWST). Die UID wird in der Praxis wie folgt dargestellt:
CHE-999.999.998 HR/MWST.

Die UID-Nummer in der Schweiz ist nicht mit der UID-Nummer (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) in der EU zu verwechseln.

Für die elektronische Geschäftsabwicklung ist die eindeutige Identifikation aller Beteiligten eine wichtige Voraussetzung. Die ESTV ist aktuell in der Pilotphase mit rund 50 MWST-Pflichtigen für ihr elektronisches Portal. Ab 2011 wird es möglich sein, über das Portal MWST-Abrechnungen elektronisch einzureichen. Ähnliche Initiativen sind auch im Bereich der direkten Steuern geplant. Diese Initiativen sind sehr zu begrüssen.

Michael Münger
Dipl. Wirtschaftsprüfer