17.11.2017
Mehrwertsteuer Steuersatzänderung und Anpassung Mehrwertsteuergesetz per 1. Januar 2018

Am 24. September 2017 haben Volk und Stände die Vorlage "Altersvorsorge 2020" an der Urne abgelehnt. Da die bis Ende dieses Jahres befristete Zusatzfinanzierung der IV durch die Mehrwertsteuer ausläuft, sinken die Mehrwertsteuersätze per 1. Januar 2018.

Durch die Finanzierung der Bahninfrastruktur (FABI-Abstimmung vom 9. Februar 2014) sinken die Sätze jedoch nicht auf die ursprüngliche Höhe, sondern betragen neu 7.7% (Normalsatz), 2.5% (reduzierter Satz, unverändert) und 3.7% (Sondersatz für Beherbergung).

Massgebend für den anzuwendenden Steuersatz ist der Zeitpunkt respektive Zeitraum der Leistungserbringung. Weder das Datum der Rechnungsstellung noch das Datum der Zahlung spielen dabei eine Rolle.

Damit die Steuersatzänderungen per 1. Januar 2018 korrekt umgesetzt werden können, müssen umgehend Anpassungen in Verträgen, Preisanschriften, Rechnungen, Registrierkassen, EDV-Systemen usw. überprüft und vorgenommen werden.

Die Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes tritt ebenfalls am 1. Januar 2018 in Kraft und umfasst verschiedene Änderungen in den Bereichen Steuerpflicht, Steuerausnahmen, Verfahren und Datenschutz. Für die Mehrzahl der inländischen Unternehmen bringt die Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes keine wesentlichen Änderungen. Durch den Abbau mehrwertsteuerbedingter Wettbewerbsnachteile soll aber die Situation der Schweizer Unternehmen indirekt verbessert werden.

Für die Begründung der Steuerpflicht ist neu der weltweite Umsatz massgebend. Alle Unternehmen, die entweder in der Schweiz ansässig sind oder Leistungen in der Schweiz erbringen und im In- und Ausland pro Jahr mindestens CHF 100'000 Umsatz aus nicht von der Steuer ausgenommenen Leistungen erzielen, werden ab dem 1. Januar 2018 obligatorisch mehrwertsteuerpflichtig. Dadurch werden neu rund 30'000 ausländische Unternehmen zusätzlich der Mehrwertsteuer unterstellt.

Zur Bestimmung der Steuerpflicht bei Gemeinwesen ist nur noch der Umsatz aus steuerbaren Leistungen an Nicht-Gemeinwesen massgebend. Solange ein Gemeinwesen weniger als CHF 100'000 Umsatz aus steuerbaren Leistungen an Nicht-Gemeinwesen erzielt, ist es von der Steuerpflicht befreit.

Der fiktive Vorsteuerabzug ist neu auch beim Erwerb von Betriebsmitteln und ungebrauchten Waren möglich.

Elektronische Publikationen ohne Reklamecharakter werden den gedruckten Publikationen gleichgestellt und neu zum reduzierten Satz besteuert.

Das revMWSTG enthält weitere Änderungen wie z.B. Definition eng verbundener Personen, Beginn und Ende der Steuerpflicht, organisatorische Massnahmen i.Z.m. steuerbaren Take-Away-Leistungen oder Bezugsteuer auf Lieferungen von unbeweglichen Gegenständen im Inland, die nicht der Einfuhrsteuer unterliegen.

Wir unterstützen Sie gerne im Zusammenhang mit MWST und den Satzänderungen und bieten auch die Fiskalvertretung für ausländische Unternehmen an.

Elmar Schafer
Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis

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