29.06.2017
MWST-Sätze ab 1. Januar 2018

Zwecks Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung wurden die MWST-Sätze am 1. Januar 2011 letztmals erhöht. Diese Zusatzfinanzierung ist auf 7 Jahre befristet und läuft somit Ende 2017 aus. Was ändert sich nun ab 2018?

Die aktuell gültigen MWST-Sätze von 8% (Normalsatz), 2.5% (reduzierter Satz) und 3.8% (Sondersatz für Beherbergung) würden sich somit per 1. Januar 2018 wieder auf das frühere Niveau von 7.6%, 2.4% und 3.6% reduzieren.

Im Zusammenhang mit der Finanzierung und dem Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI-Abstimmung vom 9. Februar 2014) wurde jedoch einer MWST-Erhöhung um 0.1% zugestimmt. Diese Erhöhung tritt per 1. Januar 2018 in Kraft und die MWST-Sätze werden somit neu 7.7%, 2.5% (wie aktuell) und 3.7% betragen.

Im Rahmen der Reform der Altersvorsorge 2020 findet am 24. September 2017 eine Volksabstimmung statt. Zur Sicherung der Finanzierung der Alters- und Hinterlassenen-Versicherung kann der Normalsatz gemäss Parlamentsbeschluss um höchstens 0.6 % erhöht werden.

Bei Annahme der Vorlage verändern sich die aktuell gültigen MWST-Sätze nicht. Die Sätze von 8%, 2.5% und 3.8% werden also weiterhin gelten. Dies deshalb, weil der Normalsatz per 1. Januar 2018 bereits um 0.3 Prozentpunkte und der Sondersatz für Beherbergungsleistungen um 0.1% angehoben werden.

Sobald das Referenzalter von Männern und Frauen in der Alters- und Hinterlassenen-Versicherung und der beruflichen Vorsorge vereinheitlicht ist, wird der Normalsatz um weitere 0.3 Prozentpunkte und somit auf 8.3% angehoben. Gleichzeitig werden der reduzierte Satz und der Sondersatz proportional angehoben. Die MWST-Sätze erhöhen sich im Vergleich zu heute somit voraussichtlich erst auf den 1. Januar 2021.

Wird die Vorlage diesen Herbst jedoch abgelehnt, käme dies einem Schildbürgerstreich mit sehr hohen volkswirtschaftlichen Kosten gleich. Denn es muss davon ausgegangen werden, dass es schon nach kurzer Zeit wieder zu einer entsprechenden Erhöhung der MWST-Sätze kommen wird.

Die steuerpflichtigen Unternehmen und die Eidg. Steuerverwaltung (ESTV) hätten bei einer Ablehnung am 24. September 2017 noch rund drei Monate Zeit, um die Reduktion der MWST-Sätze in den EDV-Systemen zu implementieren und die Buchhaltungs- und Abrechnungssysteme anzupassen.

Die ESTV ist zurzeit daran, die MWST-Abrechnungsformulare entsprechend anzupassen und empfiehlt den Steuerpflichtigen, sich ebenfalls auf allfällige Anpassungen rechtzeitig vorzubereiten. Eine Steuersatzänderung hätte auch Auswirkungen auf die Saldo- und Pauschalsteuersätze.

Bleibt zu hoffen, dass den Unternehmen dieses Szenario erspart bleibt.

Bei Fragen im Zusammenhang mit MWST und den allfälligen Satzänderungen bieten wir Ihnen gerne unsere Unterstützung an. 

Elmar Schafer

Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen
mit eidg. Fachausweis

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