15.12.2016
Begrenzung des Fahrkostenabzugs - FABI

Ab der Steuerperiode 2016 können die Arbeitnehmer aufgrund des angenommenen Bundesbeschlusses über die «Finanzierung und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur» (FABI) bei der direkten Bundessteuer für ihre Fahrkosten (Arbeitsweg) nur noch einen begrenzten Abzug vornehmen.

Unselbständig Erwerbstätige, welche ihre Fahrkosten für den Arbeitsweg selber tragen, gewährt die direkte Bundessteuer nur noch einen Abzug von bis maximal CHF 3‘000.00 pro Jahr. Auf Kantonsebene lässt der Kanton Freiburg wie bisher den unbeschränkten Abzug zu. Im Kanton Bern liegt dieser begrenzt bei CHF 6‘700.00.

Erwerbstätige mit Geschäftsfahrzeug haben für die private Nutzung (ohne Arbeitsweg) wie bisher einen Privatanteil von 0.8 % des Kaufpreises (exkl. Mehrwertsteuer) pro Monat, entsprechend 9.6 % pro Jahr, zu deklarieren. Der Privatanteil wird neu auf dem Kaufpreis des Fahrzeugs, inklusive sämtlicher Ausstattungen, berechnet. Die ESTV und die Finanzdirektoren der Kantone interpretieren die FABI-Vorlage soweit, als dass die Beschränkung des Fahrkostenabzugs auch einen Einfluss auf Besitzer von Geschäftswagen haben muss, da diese sonst besser gestellt wären; nicht tangiert sind hingegen Arbeitnehmer, welche ein GA vom Arbeitgeber bezahlt erhalten.

Verfügt nun der Arbeitnehmer über ein Geschäftsfahrzeug und arbeitet er ganz oder teilweise im Aussendienst (z.B. Kundenberater, Handelsreisende, Monteure, Erwerbstätigkeit auf Baustellen, etc.), muss der Arbeitgeber unter Ziffer 15 des Lohnausweises den prozentmässigen Anteil Aussendienst bescheinigen. Die Angabe des Anteils Aussendienst in Prozenten hat direkte Auswirkungen auf die Deklaration des Fahrkostenabzugs in seiner privaten Steuererklärung. Denn die Begrenzung des Fahrkostenabzuges gilt nur für den Arbeitsweg (vom Wohn- zum üblichen Arbeitsort), nicht aber für die direkte Fahrt vom Wohnort zum Kunden und zurück. Ebenfalls als Aussendiensttage berücksichtigt werden Home-Office-Tätigkeiten, längere Militär-, Krankheits- und Ferienabwesenheiten. Neu ist der gesamte Naturalwert des Arbeitsweges in der Steuererklärung als übriges Einkommen zu deklarieren. Von diesem theoretischen Arbeitsweg, welcher durch das Geschäftsfahrzeug vom Arbeitgeber finanziert wird, kann der gesetzlich zulässige Abzug (direkte Bundessteuer maximal CHF 3‘000.00; jeweiliger kantonaler Abzug) geltend gemacht werden. Die Differenz wird als Einkommen besteuert. Die zur Zeit hängige Motion Ettlin soll diese Umsetzung bei Geschäftsfahrzeugen verhindern – bis dieser Entscheid getroffen ist, gehen wir von der beschriebenen Verwaltungspraxis aus – wir halten Sie auf dem Laufenden.

Berechnungsbeispiele entnehmen Sie unserem Newsletter Nr. 21 unter
www.core-partner.ch.

Christian Stritt

Partner, Teamleiter
Dipl. Wirtschaftsprüfer
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