31.03.2016
Fremdwährungen

Ein gutes Jahr ist es her seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank. Die aus diesem Entscheid resultierenden Kursentwicklungen bedeuteten für Unternehmen, die Fremdwährungspositionen in ihren Büchern führen, schmerzliche Kurskorrekturen. Dieser einschneidende Entscheid zeigte auf dramatische Weise auf, welch wichtiges Thema die korrekte Abbildung von Fremdwährungen in der Buchhaltung darstellt.

Fremdwährungstransaktionen

Die geringsten Verzerrungen treten auf, wenn alle Fremdwährungstransaktionen zum jeweils aktuellen Devisenkurs im Zeitpunkt der Abwicklung des Geschäfts, d. h. zum Tageskurs umgerechnet werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Durchschnittskursen einer gewissen Periode. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (Abteilung Mehrwertsteuer), veröffentlicht jeweils einen Monatsmittelkurs. Dies ist eine adäquate Handhabung von Fremdwährungstransaktionen, obwohl dieser Kurs rein rechnerisch immer einen Monat hinterherhinkt. Bei grösseren Kursschwankungen oder einmaligen hohen Fremdwährungstransaktionen kann das durchaus relevant sein.

Einen fixen Buchkurs zu verwenden ist nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, so zum Beispiel bei geringem Fremdwährungsumsatz oder konstanten Umrechnungskursen.

Bewertung von Bilanzpositionen

In der Praxis werden verschiedene Methoden angewandt. Wir empfehlen grundsätzlich alle kurzfristigen Positionen (d. h. das Umlaufvermögen ohne Vorräte sowie das kurzfristige Fremdkapital) zum Stichtagskurs zu bewerten. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (Direkte Bundessteuern) veröffentlicht Devisen-Stichtagskurse per 31. Dezember. Das Obligationenrecht lässt ebenfalls eine Bewertung zum letzten durchschnittlichen Monatskurs zu. Dies ist unseres Erachtens jedoch nicht sinnvoll. Die Kurserfolge aus der Bewertung von kurzfristigen Positionen können als realisiert betrachtet werden.

Die Bewertung von Vorräten sowie dem Anlagevermögen (inkl. Beteiligungen) in fremder Währung, hat zu historischen Kursen (Transaktionskurs) zu erfolgen. Langfristige Guthaben und Verbindlichkeiten könnten anstelle der historischen Kurse ebenfalls zum Stichtagskurs bewertet werden. Dabei ist jedoch zu beachten, dass aufgrund des Vorsichtsprinzips nicht realisierte Kursgewinne nicht verbucht werden dürfen, nicht realisierte Kursverluste jedoch erfasst werden müssen.

Verbuchung in der Erfolgsrechnung

Zwangsläufig entstehen bei der Verbuchung von fremden Währungen Kursdifferenzen. Diese müssen in der Erfolgsrechnung erfasst werden. Unternehmen, bei denen Währungstransaktionen nicht zum täglichen Geschäftszweck gehören, sollten die Kursdifferenzen als Teil des Finanzerfolges ausweisen. Eine Verrechnung von Kursgewinnen und Kursverlusten ist innerhalb der gleichen Währung möglich.

Beat Mauron
Partner, Teamleiter
Treuhänder mit eidg. Fachausweis