25.06.2015
Die Steuerveranlagung

Steuererklärung eingereicht - was dann? Zuerst wird überprüft, ob die eingereichte Steuererklärung unterschrieben sowie vollständig eingereicht worden ist. Anschliessend wird sie im elektronischen Veranlagungssystem erfasst und inhaltlich überprüft.
Sofern nötig nimmt die Steuerbehörde weitere Untersuchungen (z.B. Einforderung von zusätzlichen Belegen) vor. Danach setzt sie die Steuerfaktoren, d.h. das steuerbare Einkommen und Vermögen, fest. Die Steuerbehörden haben die Pflicht, zusammen mit der steuerpflichtigen Person die Verhältnisse festzustellen, welche für eine richtige und vollständige Besteuerung nötig sind.

Sind die durch die steuerpflichtige Person gemachten Angaben unvollständig oder unklar, so können die Steuerbehörden von der steuerpflichtigen Person oder von Dritten Auskünfte einholen. Sind schliesslich die steuerbaren Faktoren bekannt, so wird aufgrund des Steuertarifs der Steuerbetrag bestimmt. Führen aber auch die weiteren Abklärungen und Erhebungen zu keinem oder einem ungenügenden Ergebnis, so muss die Steuerbehörde eine Ermessensveranlagung vornehmen.

Das Ergebnis der Veranlagung wird der steuerpflichtigen Person durch eine Verfügung bekannt gegeben. Mit der Eröffnung dieser Veranlagungsverfügung ist das Veranlagungsverfahren abgeschlossen. Die Veranlagungsverfügung enthält nebst den Steuerfaktoren (d.h. dem steuerbaren Einkommen und Vermögen) insbesondere:
  • allfällige Begründungen für Abweichungen gegenüber der Deklaration in der Steuererklärung
  • die Berechnung der geschuldeten Steuern und
  • die Dauer der Steuerpflicht

Vergleichen Sie die Veranlagungsverfügung in jedem Fall mit der eingereichten Steuererklärung, denn die Abweichungen sind nicht immer begründet und/oder berechtigt!

In der Verfügung ist weiter jeweils auch angegeben, mit welchem Rechtsmittel sich die steuerpflichtige Person gegen die Veranlagungsverfügung wehren kann, wenn sie mit dieser nicht einverstanden ist. In diesem Fall kann sie innert 30 Tagen nach Zustellung der Verfügung bei der zuständigen Steuerbehörde schriftlich Einsprache erheben. Diese Frist ist nicht erstreckbar.

Das Einspracheverfahren ist in der Regel kostenlos. Die Steuerbehörde kann im Einspracheverfahren alle Steuerfaktoren neu festsetzen. Der Einspracheentscheid wird der steuerpflichtigen Person schriftlich mitgeteilt und enthält eine kurze Begründung. Wird die Veranlagungsverfügung nicht fristgerecht angefochten, so erwächst sie in Rechtskraft. Rechtskräftige Veranlagungsverfügungen sind grundsätzlich nicht mehr abänderbar.

Bei Fragen im Zusammenhang mit Ihrer Steuerveranlagung oder einer allfälligen Einsprache bieten wir Ihnen gerne unsere Unterstützung an.

Elmar Schafer
Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen
mit eidg. Fachausweis