27.03.2014
Dividendenausschüttung - wie läuft das ab?

Für viele Unternehmen ist das Jahr 2013 erfolgreich verlaufen, was vermehrt zu Dividendenausschüttungen führen wird. Nun ist es sowohl für die dividendenzahlende Gesellschaft als auch für die Dividendenempfänger wichtig, die entsprechenden Formvorschriften einzuhalten, um keine Gesetzesvorschriften zu verletzen und Verrechnungssteuerfolgen auszulösen. In diesem Artikel wird explizit nur das korrekte Vorgehen bei inländischen Dividendenempfängern beschrieben.

Dividendenzahlende Gesellschaft

Wird eine Dividende ausbezahlt, muss die Verrechnungssteuermeldung innert 30 Tagen nach Fälligkeit der Dividende mit dem entsprechenden amtlichen Formular, zusammen mit einer originalunterzeichneten Jahresrechnung, an die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) eingereicht werden. Unter bestimmten Voraussetzungen (wie beispielsweise im Konzernverhältnis) besteht die Möglichkeit, anstelle der Entrichtung der Verrechnungssteuer eine Meldung an die ESTV zu machen.

Meldepflicht ohne Dividendenausschüttung

Bei Gesellschaften mit einer Bilanzsumme von mehr als fünf Millionen Franken muss  in jedem Fall eine Meldung an die ESTV erfolgen, auch wenn keine Dividende ausgeschüttet wird. Diese sogenannte "Negativmeldung" muss innert 30 Tagen nach der ordentlichen Generalversammlung mit dem amtlichen Formular eingereicht werden. Eine originalunterzeichnete Jahresrechnung ist entsprechend beilzulegen.

Folgen aus Fristverletzung

Wird diese 30-Tage-Frist nicht eingehalten, verwirkt das Recht auf Meldung und die Verrechnungssteuer muss effektiv bezahlt werden. Diese Verrechnungssteuer kann zwar vom Aktionär zurückgefordert werden, was aber eine zeitliche Verzögerung zur Folge hat. Dieser Umstand kann bei grösseren Dividenden zu erheblichen Liquiditätsproblemen führen. Erfolgt die Zahlung der Verrechnungssteuer nach Ablauf der Frist von 30 Tagen, wird ein Verzugszins von 5% erhoben. Weiter kann die ESTV eine Busse wegen Missachtung der Frist aussprechen.

Rückforderungen durch den Aktionär

Um die Verrechnungssteuer von der ESTV zurückzuerhalten, ist der Dividendenertrag in der privaten Steuererklärung entsprechend anzugeben. Wird die Deklaration der Dividende und damit die Rückforderung der Verrechnungssteuer (irrtümlich) vergessen, kann nach rechtskräftiger Veranlagung keine Verrechnungssteuer mehr zurückgefordert werden! Unabhängig davon unterliegt die Dividende dennoch der Einkommenssteuer, was eine mehrfache Besteuerung zur Folge hat. Juristische Personen können die Rückerstattung der Verrechnungssteuer mittels separatem Formular direkt bei der eidgenösischen Steuerverwaltung beantragen.

Fazit

Es ist somit sehr wichtig, die oben aufgeführten Regeln für eine steueroptimierte Dividendenzahlung einzuhalten, um unnötige Verrechnungssteuerfolgen zu vermeiden!

Michael Münger
Partner, Teamleiter
Dipl. Wirtschaftsprüfer