25.02.2014
Neue Bestimmungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab 01.01.2014

Ab dem 01.01.2014 gilt es, neue Bestimmungen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu berücksichtigen.

Umsetzung der Abzocker-Initiative

Die neue Verordnung gegen übermässige Vergütungen bei börsenkotierten Aktiengesellschaften (VegüV) setzt die Forderungen der Initiative um.

Generalversammlung stimmt über die Vergütungen ab


Die Generalversammlung stimmt künftig  jährlich über die Vergütungen an die Mitglieder des Verwaltungsrats, des Beirats und der Geschäftsleitung ab. Die Abstimmungen haben bindende Wirkung.

Verbotene Vergütungen


Abgangsentschädigungen, Provisionen für konzerninterne Umstrukturierungen und Vergütungen, die im Voraus entrichtet werden sind verboten. Sie sind auch verboten, wenn der  Begünstigte sie  für Tätigkeiten in andern Unternehmen des Konzerns erhält. Antrittsprämien bleiben weiterhin zulässig.

Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen können ausgesprochen werden, wenn Mitglieder des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung oder des Beirats unzulässige Vergütungen ausrichten oder selber beziehen.

«Whistleblower» sollen in Zukunft besser geschützt werden. Wenn Angestellte dem Arbeitgeber in Treu und Glauben Missstände melden, gilt das nicht als Verletzung der Treuepflicht. Wenn die Angelegenheit das öffentliche Interesse berührt, dürfen Angestellte unter bestimmten Voraussetzungen Missstände auch der zuständigen Behörde melden. Eine Kündigung wegen der Meldung gilt in einem solchen Fall als missbräuchlich.

ALV-Solidaritätsbeitrag

Ab dem 1. Januar 2014 tritt die jüngste Teilrevision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes (AVIG) in Kraft. Sie führt zu einer Änderung beim Solidaritätsbeitrag auf hohen Löhnen. Die Obergrenze für den Solidaritätsbeitrag entfällt (bis Ende 2013 bei CHF 315‘000). Der Solidaritätsbeitrag betrifft Jahreslöhne ab CHF 126‘001. Der Beitrag (1.0%) wird je zur Hälfte vom Arbeitgeber sowie vom Arbeitnehmer entrichtet.

Anpassung Quellensteuertarif

Der Quellensteuertarif für doppelverdienende Ehegatten wurde aufgrund der geplanten Einführung des elektronischen Lohnmeldeverfahrens Quellensteuer (ELM/QST) vereinfacht. So gilt neu für Frauen und Männer derselbe Tarif „C“. Der Tarif C gelangt immer dann zur Anwendung, wenn beide Ehegatten einer unselbständigen Erwerbstätigkeit nachgehen (bisher: wenn beide Ehegatten hauptberuflich in der Schweiz erwerbstätig waren). Der Tarif C kommt somit auch dann zur Anwendung, wenn einer der beiden Ehegatten im Ausland erwerbstätig ist.

Rinaldo Jendly

Partner, Teamleiter

Dipl. Treuhandexperte