31.03.2011
Cash-Flow

Freiburger Nachrichten vom 31. März 2011

Die Kennzahl Cash-Flow (=Geldfluss) gilt als ein wichtiger Indikator der Zahlungskraft und des Innenfinanzierungspotenzials eines Unternehmens.
In der Praxis berechnet sich der Cash-Flow aus dem Jahresgewinn vor Steuern plus Abschreibungen. Betriebswirtschaftlich exakt müssten auch noch Veränderungen bei den Rückstellungen, betriebsfremden Erträgen bzw. Aufwendungen einberechnet werden. Der Cash-Flow stellt somit die wirtschaftliche Messgröße, die den aus der Geschäftstätigkeit erzielten Nettozufluss liquider Mittel während einer Periode darstellt.

Der Cash-Flow ermöglicht eine Beurteilung der finanziellen Gesundheit eines Unternehmens – inwiefern ein Unternehmen im Rahmen des Umsatzprozesses die erforderlichen Mittel für die Substanzerhaltung des in der Bilanz abgebildeten Vermögens und für Erweiterungsinvestitionen selbst erwirtschaften kann. Ist der Cash-Flow negativ, spricht man von einem Cash Loss. In dieser Situation ist das Unternehmen nicht in der Lage, die notwendigen Abschreibungen zu finanzieren und läuft somit Gefahr, seine Substanz nicht erhalten zu können.

Der operative Cash-Flow (=Geldfluss aus Geschäftstätigkeit) wird aus dem Cash-Flow berechnet, bereinigt um die Veränderungen im Umlaufvermögen und des kurzfristigen Fremdkapitals.

Der Free Cash-Flow errechnet sich aus dem operativen Cash-Flow vermindert um ausgabenrelevante Aufwendungen wie Privatentnahmen oder Investitionen und erhöht um zahlungswirksame Erträge wie Desinvestitionen. Der Free Cash-Flow zeigt auf, wie viel Geld für Ausschüttungen an die Aktionäre und/oder für eine allfällige Rückführung der Schulden verbleibt. Das Ausmaß des nachhaltigen Free Cash-Flows ist für Finanzierungsinstitute ein Indikator für die Rückzahlungsfähigkeit von Krediten und wird deshalb oft als Berechnungsgrundlage der Finanzierungskapazität verwendet. Der Free Cash-Flow sollte ausreichen, um die betrieblichen Schulden über 5 bis 8 Jahre verzinsen und (theoretisch) zurückzahlen zu können.

Der Nachweis der Veränderung der liquiden Mittel wird am besten einmal jährlich mit der Erstellung einer Geldflussrechnung dargestellt. Diese gibt Auskunft über den Geldfluss aus der Geschäftstätigkeit, den Geldluss aus Investitionstätigeiten und den Geldfluss aus Finanzierungstätigkeiten.

Fazit: Der Cash-Flow zeigt, ob die selbst erarbeiteten Mittel ausreichen, um die Existenz der Firma langfristig zu sichern. Die Geldflussrechnung ist deshalb als wichtiges Führungsinstrument für alle KMU-Betriebe unbedingt zu empfehlen.

Markus Jungo
Dipl. Wirtschaftsprüfer