27.05.2010
Aus- und Weiterbildungskosten

Freiburger Nachrichten vom 27. Mai 2010

Mit dem Beruf zusammenhängende Aus- und Weiterbildungskosten sollen künftig bis zu einer gewissen Obergrenze von den Steuern abgezogen werden können. Der Bundesrat hat am 14. April 2010 die Vernehmlassung über eine entsprechende Gesetzesänderung für Bund und Kantone eröffnet. Ziel dieser Gesetzesänderung ist es, die kantonalen Unterschiede in der Auslegung der verschiedenen Bildungskostenbegriffe zu beseitigen.
Wir nehmen dies zum Anlass, die geltende Praxis des Kantons Freiburg zu diesem Thema näher zu betrachten:

Abzugsfähige Bildungskosten

Darunter fallen die sogenannten Weiterbildungs-, Umschulungs- und Wiedereinstiegskosten.

Weiterbildungskosten sind abziehbar, sofern sie objektiv mit dem gegenwärtigen Beruf der steuerpflichtigen Person in einem unmittelbaren Zusammenhang stehen. Darunter fallen Auslagen - wie Bücher, Material, Fahrkosten, Verpflegungskosten und Unterkunft - die der Festigung der Stellung innerhalb des angestammten Berufes dienen (z.B. Meisterprüfung, höhere Fachprüfung), aber auch Kosten der Wahrung und Erweiterung nichtspezifischer Fachkenntnisse (z.B. Sprachkurs), sofern sie berufsbezogen sind und nicht allein persönlichen Interessen dienen.

Muss eine steuerpflichtige Person – zufolge eines Wechsels der bisher ausgeübten Tätigkeit und im Hinblick auf eine spätere hauptberufliche Erwerbstätigkeit – Kosten aufwenden, können diese als sogenannte Umschulungskosten in Abzug gebracht werden. Allerdings müssen diese in Beziehung mit der jetzigen Tätigkeit stehen. Des Weiteren dürfen auch Wiedereinstiegskosten in Abzug gebracht werden, die eine steuerpflichtige Person aufwenden muss, um nach längerer Zeit wiederum im seinerzeit erlernten und ausgeübten Beruf tätig zu werden. Sowohl die Umschulungs- als auch die Wiedereinstiegskosten können steuerlich nur geltend gemacht werden, wenn die steuerpflichtige Person gleichzeitig ein Erwerbseinkommen (bzw. Ersatzeinkünfte) erzielt.

Nicht abzugsfähige Bildungskosten

Darunter fallen die Ausbildungskosten. Als Ausbildungskosten gelten einerseits die Kosten für die Erstausbildung, andererseits die Kosten für eine freiwillige Umschulung und Berufsaufstiegskosten, die nicht im Zusammenhang mit dem gegenwärtigen Beruf stehen. Zu dieser Kategorie werden oft die Nachdiplomstudien (z.B. MBA) gezählt.

Fazit: Gerade bei längeren und kostenintensiven Aus- und Weiterbildungen lohnt es sich, die Abgrenzungsfragen hinsichtlich der verschiedenen Bildungskostenbegriffe und deren Abzugsfähigkeit vorgängig zu prüfen. Gerne beraten wir Sie als kompetenten Partner in dieser Angelegenheit.

Claudine Meichtry
Teamleiterin Steuern
dipl. Steuerexpertin