28.10.2010
Arbeitgeberbeitragsreserve (AGBR)

Freiburger Nachrichten vom 28. Oktober 2010

Die Bildung einer Arbeitgeberbeitragsreserve ist ein legales Instrument, den Unternehmensgewinn zu optimieren und somit Steuern zu sparen.
Der Arbeitgeber, d.h. sämtliche Kapital- und Personengesellschaften die einer Pensionskasse angeschlossen sind, kann freiwillige Prämien im Voraus in ein so genanntes Arbeitgeberbeitragsreserve-Konto gemäss Art. 331 Abs. 3 OR bei der Vorsorgeeinrichtung der 2. Säule einzahlen. So kann der Arbeitgeber ein Reservepolster für wirtschaftlich schlechtere Jahre anlegen und gleichzeitig Steuern sparen.

Diese vorausbezahlten Prämien können steuerlich vollumfänglich als Aufwand geltend gemacht werden und vermindern somit den steuerbaren Gewinn. Die AGBR muss jedoch bis zum 30. Juni des Folgejahres auch effektiv in liquider Form einbezahlt werden, d.h. eine Einzahlung macht nur dann Sinn, wenn der Arbeitgeber auch über die notwendige Liquidität verfügt. Die Einlage wird zu dem von der Stiftung festgelegten Zinssatz verzinst.

Die Höhe der Einzahlungsmöglichkeit ist jedoch limitiert. Die Steuerbehörde des Kantons Freiburg und Bern akzeptieren eine Arbeitgeberbeitragsreserve im Ausmass des 5-fachen Betrages der jährlich zu erbringenden Arbeitgeberbeiträge. Bei selbstständig Erwerbenden ist zu berücksichtigen, dass nur die Arbeitgeberbeiträge für das Personal als AGBR gilt, da der selbstständig Erwerbende nicht als Personal betrachtet wird. Demzufolge dürfen die Beiträge des selbstständig Erwerbenden auch nicht mit der AGBR beglichen werden.

Der Verwendungszweck der AGBR ist ebenfalls eingeschränkt. Die Einzahlung kann ausschliesslich für Prämienzahlungen der Arbeitgeberbeiträge oder Sanierung der Pensionskasse eingesetzt werden. Eine Rückerstattung der Prämie an den Arbeitgeber durch die Pensionskasse ist in jedem Fall ausgeschlossen.

Nachteilig ist in vielen Fällen, dass die Bildung der Rückstellung liquiditätsmässig zu erfolgen hat. Da keine Sperrfrist bezüglich Verwendungszeitpunkt besteht, kann die AGBR jedoch sehr kurzfristig wieder realisiert und somit ein allfälliger Liquiditätsengpass entspannt werden. Die Bildung einer AGB sollte bezüglich Steuerplanung nicht einzeln betrachtet werden, sondern immer im Zusammenhang mit anderen Optimierungsmöglichkeiten.

Wir beraten Sie gerne und zeigen Ihnen die steuerlichen Möglichkeiten auf.

Christian Stritt
Dipl. Wirtschaftsprüfer