25.10.2010
Jahresabschlussplanung angehen

Freiburger Nachrichten vom 25. November 2010

Der Jahreswechsel steht bereits wieder an. Für viele Unternehmen bedeutet dies gleichzeitig auch Datum des Geschäftsabschlusses. Es verbleibt noch Zeit, um Vorkehrungen zu treffen, welche die Jahresrechnung 2010 noch beeinflussen können. Durch entsprechende Massnahmen bis Ende des Jahres kann das steuerbare Einkommen noch beeinflusst werden.
Investitionen noch bis Ende Jahr vornehmenAnstehende betriebsnotwendige Ersatzbeschaffungen oder Neuinvestitionen sollten nach Möglichkeit noch bis Ende Jahr getätigt werden. Somit könnten auf diesen Investitionen bereits Abschreibungen vorgenommen werden, welche die Jahresrechnung 2010 belasten.

Warenlager

Auf der Inventaraufnahme, resp. der Lagerbewertung per 31. Dezember darf eine steuerliche Reserve von 33.3% verbucht werden, die sogenannte privilegierte Warenreserve. Notwendige Waren sollten daher noch vor Ende Jahr angeschafft werden.

Höchst-Abschreibungssätze ausnützen

Die Kantonale Steuerverwaltung erlässt ein Merkblatt mit den höchst zulässigen Abschreibungssätzen. Diese Ansätze sollten beim Jahresabschluss ausgeschöpft werden. Es sind jedoch nur geschäftsmässig begründete Abschreibungen möglich. Die Nachholung bisher unterlassenen Abschreibungen sollte geprüft werden.

Rückstellungen

Rückstellungen sind zulässig für im Geschäftsjahr bestehende Verpflichtungen, deren Höhe noch unbestimmt ist oder für andere unmittelbar drohende Verlustrisiken, die im Geschäftsjahr bestehen. Als Rückstellungen können z.B. anstehende Verpflichtungen für Garantieleistungen verbucht werden. In beschränktem Masse sind auch Rückstellungen für Grossreparaturen an Geschäftsliegenschaften zulässig.

Säule 3a, 2. Säule auch für Selbständigerwerbende

Der Betrag der Säule 3a muss bis Ende Jahr einbezahlt sein. Für Selbständigerwerbende ist gegebenenfalls abzuklären, ob sich ein Beitritt in die 2. Säule (BVG) lohnt und eventuelle Nachzahlungen für Beitragslücken getätigt werden können. Solche Einkäufe von Beitragslücken sind steuerlich abzugsfähig.

Arbeitgeberbeitragsreserve

Eine freiwillige Vorauszahlung des Arbeitgebers für die künftig geschuldeten BVG-Beiträge ist möglich. Erfolgen Prämienvorauszahlungen noch bis Ende Jahr, können diese bereits der Erfolgsrechnung 2010 belastet werden. Der Bestand des Beitragsreservekontos ist auf das 5-fache des jährlichen Arbeitgeberbeitrages begrenzt.

Michael Münger
Dipl. Wirtschaftsprüfer