26.02.2009
Steueroptimierungen beim Jahresabschluss

Für viele Unternehmer war das Geschäftsjahr 2008 ein erfreuliches Jahr. Spätestens beim Erstellen des Jahresabschlusses stellt jedoch manch einer fest, dass dadurch die Steuerbelastung ebenffalls erheblich ansteigen wird.

(Freiburger Nachrichten vom 26. Februar 2009)

Da die Wirtschaftsprognosen ein schwieriges Jahr ankündigen, dürfte sich manch einer über die Zukunft seiner Firma Gedanken machen. Insbesondere die Liquidität dürfte in schlechteren Zeiten eine zentrale Rolle für das Überleben spielen. Der Wunsch, die im vergangenen Jahr erwirtschafteten Gewinne als Reserve zu horten, ist durchaus sinnvoll und gerechtfertigt. Die dadurch eingesparten Steuern könnten dem Unternehmen als zusätzliche flüssige Mittel zur Verfügung stehen.

Es gilt deshalb, bei der Abschluss- und Steuerplanung die vom Gesetzgeber vorgegebenen Spielräume optimal zu nutzen und den Gewinn 2008 durch Bildung von Reserven zu vermindern. Hierzu bieten sich insbesondere folgende Möglichkeiten an (nicht abschliessend):
  • Pauschale Wertberichtigung auf Vorräten (privilegierte Warenreserve)
  • Pauschale Wertberichtigung auf Forderungen (Delkredere)
  • Abschreibungen auf Anlagevermögen
  • Nachholabschreibungen
  • Wertberichtigung auf Finanzanlagen
  • Wiederbeschaffungsreserven
  • Rückstellungen für Überzeit- und Ferienansprüche des Personals
  • Rückstellungen für Grossunterhalt Liegenschaften
  • Rückstellungen für Forschung und Entwicklung
  • Rückstellungen für wirtschaftlich erforderliche Betriebsumstellungen und Umweltschutzmassnahmen
  • Arbeitgeberbeitragsreserven zu Gunsten der beruflichen Vorsorge

All diese Massnahmen sind geeignet, den steuerlichen Gewinn zu reduzieren. Die Anwendungsmöglichkeiten, formellen Anforderungen und Wirkungen unterscheiden sich aber teilweise erheblich.

So können privilegierte Warenreserven und das Delkredere sehr flexibel und wirkungsvoll eingesetzt werden. Die Äufnung von Arbeitgeberbeitragsreserven bei der beruflichen Vorsorge ist mit einem Geldabfluss verbunden, welcher aber in schlechten Zeiten wieder mit ordentlichen Beiträgen verrechnet werden kann.

Rückstellungen für Grossreparaturen, Betriebsumstellungen und Umweltschutzmassnahmen sind teilweise kantonal unterschiedlich geregelt. Es empfiehlt sich deshalb, hierzu vorgängig eine Stellungnahme der Steuerverwaltung einzuholen.

Rückstellungen für Forschung und Entwicklung können nur im Umfang von 10% des ausgewiesenen Reingewinnes gebildet werden, wodurch ihre Wirkung in der Regel nur bescheiden ist.

Der Optimierung der Steuerbelastung stehen also einige Möglichkeiten offen. Gerne helfen wir Ihnen, die für Ihr Unternehmen sinnvollen Massnahmen umzusetzen.

Elmar Schafer
Fachmann im Finanz- und Rechnungswesen mit eidg. Fachausweis