24.04.2008
Steuerentlastung von Dividenden

Freiburger Nachrichten vom 24. April 2008

Am 24. Februar 2008 wurde die Unternehmenssteuerreform II von den Stimmberechtigten knapp angenommen und wird voraussichtlich am 1. Januar 2009 in Kraft treten.

Steuerentlastung von Dividenden - Lohn oder Dividende?

Am 24. Februar 2008 wurde die Unternehmenssteuerreform II von den Stimmberechtigten knapp angenommen und wird voraussichtlich am 1. Januar 2009 in Kraft treten. Damit wird die schon länger kritisierte wirtschaftliche Doppelbelastung bezüglich der Unternehmensgewinne nun auch auf Bundesebene gemildert. Auf kantonaler Ebene kennt, im Gegensatz zum Kt. Freiburg, bereits die Mehrheit der Kantone ein Dividendenprivileg.

Bis anhin bezog ein in der Gesellschaft arbeitender Aktionär zur Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung mehr Entgelt in Form von Lohn. Die Teilbesteuerung der Dividenden führt im Gegensatz wohl dazu, dass anstelle von Aktionärslöhnen verhältnismässig vermehrt Dividenden (nicht AHV-beitragspflichtig) ausgeschüttet werden. Es stellt sich nun die Frage wo die noch zulässige Lohnuntergrenze liegt, d.h. ab wann ein Teil der Gewinnausschüttung (Dividende) eigentlich Lohn darstellt.

Um möglichen Missbräuchen vorzubeugen, hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) dazu bereits Kriterien ausgearbeitet, unter welchen Voraussetzungen die AHV-Ausgleichskassen ausgeschüttete Dividenden zum massgebenden Lohn zu zählen haben. Eine Überprüfung wird vorgenommen, wenn ein Vergleich zwischen der Dividendenzahlung, dem deklarierten AHV-Einkommen und dem branchenüblichen Gehalt ergibt, dass die ausgeschüttete Dividende in einem Missverhältnis zur Lohnzahlung steht. Dies ist grundsätzlich dann der Fall, wenn Dividenden, die 15% des einbezahlten Anteils am Grund- oder Stammkapital überschreiten und gleichzeitig ein tiefer oder kein der Stellung in der Gesellschaft entsprechender Lohn ausbezahlt wird.

Man kann davon ausgehen, dass auch die Steuerbehörden dazu tendieren werden, ähnliche Kriterien auszuarbeiten. Die Folgen einer solchen Umqualifizierung sind aber noch nicht völlig geklärt. Kann z.B. die Gesellschaft einen steuerlich aufgerechneten Lohnaufwand nachträglich geltend machen, obwohl dieser nicht in der Erfolgsrechnung ausgewiesen ist?

Bei der Beurteilung, ob eine Änderung der bisherigen Lohnpolitik überhaupt sinnvoll ist, müssen in jedem Fall auch die in der Gesellschaft existierenden Beteiligungsverhältnisse sowie die bestehende Vorsorgesituation des Aktionärs mitberücksichtigt werden.

Fazit: Das System der Teilbesteuerung von Dividenden ist zwar relativ einfach ausgestaltet, es birgt jedoch auch einige Stolpersteine. Im Zusammenhang mit der Vermögens- und Steuerberatung sind die Leistungen zwischen der KMU und dem Aktionär neu zu beurteilen und allenfalls Anpassungen vorzunehmen. Es ist im Einzelfall abzuklären, wie die optimale Lösung ausgestaltet werden kann. Gerne beraten und begleiten wir Sie dabei.

Christian Stritt
Partner
Dipl. Wirtschaftsprüfer