18.12.2008
Hauseigentümer

Freiburger Nachrichten vom 18. Dezember 2008

Sparen mit der Säule 3a ist gerade für Hauseigentümer ein Muss.
Alleinstehende können CHF 6'365.–, Doppelverdiener CHF 12'730.– und Selbständige ohne Pensionskasse können 20% ihres Erwerbseinkommens, maximal CHF 31'824.–, einzahlen. Die Einzahlung muss noch bis Jahresende erfolgen und kann steuerlich voll in Abzug gebracht werden. Das Vermögen und die Erträge des 3a-Kontos sind überdies steuerfrei. Die indirekte Amortisation der Hypothekarschuld bringt steuerliche Vorteile, da die Zinsen und die Schulden steuerlich abzugsfähig sind.

Eigenheimbesitzer können ihre Säule 3a alle fünf Jahre zur Amortisation von Hypotheken einsetzen. Bei tiefen Zinsen lohnt sich eher eine Amortisation, bei hohen eher die Äufnung des 3a-Kontos. Das Gleiche gilt für den Vorbezug von Pensionskassengeldern, die ebenfalls zur Amortisation hinzugezogen werden können. Einzahlungen in die Pensionskasse zur Auffüllung von Deckungslücken sind in guten Verdienstjahren ein geeignetes Mittel, um die Progression zu brechen.

Die Unterhaltskosten können als Pauschale oder effektiv abgerechnet und steuerlich geltend gemacht werden. Die effektive Art lohnt sich, wenn sie die Pauschale (von 10% oder 20% des Eigenmietwertes) übersteigt. Grössere Unterhaltskosten sollten falls möglich auf zwei Steuerperioden verteilt werden. Neben dem Beleg muss der Zahlungsnachweis (Zahlungsdatum!) geliefert werden. Im Zusammenhang mit abzugsfähigen Unterhaltskosten für neu erworbene Liegenschaften galt bisher die Praxis, dass Unterhaltskosten für vernachlässigte Gebäude vom Käufer während der ersten 5 Jahre nicht vollständig geltend gemacht werden konnten. Auf Bundesebene wird diese Dumont-Praxis nun per 1.1.2010 abgeschafft. Die Kantone haben zusätzlich 2 Jahre Zeit, um ihre Gesetze entsprechend anzupassen. Es ist zu hoffen, dass der Kanton Freiburg diese unnötige Praxis ebenfalls per 1.1.2010 abschaffen wird. Von den Gesetzesänderungen nicht betroffen sind die Abzüge, welche dem Energiesparen und dem Umweltschutz dienen. Dort gilt bei Liegenschaften nach wie vor, dass diese Aufwendungen in den ersten fünf Jahren nach Erwerb nur zu 50% abgezogen werden können. Anschliessend können diese Kosten jedoch zu 100% abgezogen werden, egal ob es sich dabei um werterhaltenden oder wertvermehrenden Charakter handelt.

Für Selbständige kann es vorteilhaft sein, ihre private Liegenschaft geschäftlich zu nutzen. Aus Steuergründen empfehlen wir, das Haus im Privatvermögen zu halten, da beim Verkauf nur Grundstückgewinn- und Handänderungssteuern anfallen. Jedoch muss die Liegenschaft zu weniger als der Hälfte geschäftlich genutzt sein.

Markus Jungo
Partner
Dipl. Wirtschaftsprüfer