28.07.2006
Der Neue Lohnausweis NLA

Freiburger Nachrichten vom 28. Juli 2006

Der Vorstand der Schweizerischen Steuerkonferenz (SSK) empfiehlt den Kantonen, den Neuen Lohnausweis im Sinne der Empfehlungen der Arbeitsgruppe Lohnausweis für die Steuerperiode 2007 einzuführen.
Sind Lohnausweise für das Steuerjahr 2007 im Kalenderjahr 2007 (unterjähriges Anstellungsverhältnis) zu erstellen, kann noch das alte Formular verwendet werden. Ab Kalenderjahr 2008 gilt nur noch der Neue Lohnausweis. Eine einmalige Ausnahme wird Unternehmen für Löhne 2007 zugestanden, die aus technischen Gründen nicht in der Lage sein werden, den Neuen Lohnausweis anzuwenden. Der Privatanteil für Geschäftswagen wird von 1% des Kaufpreises pro Monat auf 0.8% reduziert. Diese Information eröffnete die SSK mittels Medienmitteilung vom 26. Juni 2006.

Anlässlich des Treffen mit Bundesrat Merz im November 2004 entstand die Idee den NLA im Rahmen eines Pilotprojektes für das Jahr 2005 zu testen. Eine Arbeitsgruppe hat im Auftrage der SSK dieses Projekt durchgeführt. Der Arbeitsgruppe gehören Vertreter der drei Spitzenverbände der Wirtschaft (economiesuisse, Schweizerischer Gewerbeverband, Schweizerischer Arbeitgeberverband) sowie der Steuerbehörden an. Das Projekt sollte zeigen, ob der NLA ökonomisch und fiskalisch vernünftig, technisch umsetzbar und administrativ tragbar sei. Am Pilotprojekt haben 161 Arbeitgeber teilgenommen. Davon haben 108 einen ausführlichen Fragebogen ausgefüllt. Nach Angaben der Projektteilnehmer sollen die Einführungskosten grundsätzlich tragbar sein, ebenso der administrative Mehraufwand für die Lohnbuchhaltung. Die Erhöhung des Nettolohnes für die Mitarbeiter sei eher gering und dies betreffe Lohnbestandteile, welche schon mit dem alten Lohnausweis hätten deklariert werden müssen. Die Mehrbelastungen seien somit grundsätzlich nicht auf den NLA zurück zu führen.

Die Auswertung der Fragebogen ergab, dass der Privatanteil Geschäftswagen von 1% des Kaufpreises (ohne MWST) pro Monat zu einer wesentlichen Erhöhung des Einkommens führt. Folgedessen hat die SSK entschieden, den zu versteuernden Privatanteil um 20% auf 0.8% zu reduzieren. Dieser Entscheid hat aber keinen Einfluss auf die Praxis der MWST, wonach der Privatanteil von 1% bestehen bleibt! Somit hätten wir für ein Steuerobjekt zwei unterschiedliche Tarife. Es wäre wünschenswert, wenn auch die Eidg. Steuerverwaltung, Abteilung MWST, die Auffassung der SSK teilen würde. Dieses Anliegen müsste von den Wirtschaftsverbänden bei der MWST vorgetragen werden.

Für die Unternehmen kann ein administrativer Mehraufwand für die Erfassung der Spesenvergütungen entstehen. Werden Auslagen an die Mitarbeiter vergütet, die vor oder nach der eigentlichen Arbeitstätigkeit anfallen, sind diese zum Bruttolohn zu addieren. Spesenvergütungen welche im Rahmen der dienstlichen Tätigkeit anfallen, sind nicht Lohnbestandteil. Die Angabe des effektiven Spesenbetrages ist grundsätzlich im NLA unter Ziffer 13 betragsmässig zu deklarieren. Keine Deklarationspflicht besteht nur, wenn die Vorgaben gemäss der Wegleitung zum NLA eingehalten werden.

Trotz verschiedenen Vorstössen von kantonalen Wirtschaftsverbänden muss schlussendlich mit der Einführung des NLA per 2007 gerechnet werden. Den Unternehmen ist zu empfehlen, sich frühzeitig mit dieser komplexen Materie zu befassen.